Weil REACH eine vollständige Neuregelung des Chemikalienrechts in der EU darstellt ist die Verordnung sehr lang, komplex und teilweise schwierig umzusetzen. Das hat natürlich auch die EU-Kommission erkannt und deswegen schon lange bevor REACH verabschiedet worden ist, mit der Vorbereitung auf REACH begonnen. Unter dem Stichwort REACH Implementation Projects, den sog. RIPs, hat die EU-Kommission eine Reihe von Schwerpunkten in den Vorbereitungen gesetzt.
Für die Schmierstoffindustrie ist RIP 3 das interessanteste und wichtigste Projekt. Es beschäftigt sich mit der Erarbeitung von technischen Richtlinien und Hilfsangeboten für die Industrie. RIP 3 besteht aus insgesamt 10 Unterprojekten, die alle Aspekte von REACH, mit denen die Industrie konfrontiert wird, abdecken. Dazu gehören u.a. die Erstellung des Registrierungsdossiers und der Stoffsicherheitsbeurteilung, Richtlinien zur Funktionsweise der SIEFs, Richtlinien zur Festlegung der Identität von Stoffen, Hilfestellung für nachgeschaltete Anwender und andere wichtige Aspekte.
Die Ergebnisse von RIP 3 werden in ein umfangreiches Leitfaden- und Hilfspaket, das die Agentur auf ihrer Homepage anbieten wird, einfließen. Dieses Leitfaden- und Hilfspaket ist teilweise am 1. Juni 2007 online gegangen. Das online-Angebot soll auch konkrete Handlungsmaßnahmen und Checklisten umfassen, mit denen die praktische Umsetzung der REACH-Verpflichtungen möglich sein soll. Leider wird ein Teil der Leitfäden und Handlungsanweisungen erst im Laufe des Jahres verfügbar sein, so dass eine umfassende und abschließende Vorbereitung auf REACH seitens der Industrie zurzeit nicht möglich ist.
Neben dem allumfassenden Leitfaden- und Hilfspaket auf der Homepage der Agentur, wird es in jedem EU-Mitgliedstaat sog. nationale Helpdesks geben. REACH verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten diese zusätzlichen Hilfsangebote einzurichten. In Deutschland wird der offizielle REACH-Helpdesk von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) betrieben. Der Helpdesk kann im Internet, per Telefon oder Fax befragt werden und hält jede Menge hilfreicher Informationen parat.
Auch andere nationale und internationale Organisationen haben REACH-Helpdesks und Hilfsangebote eingerichtet: das Umweltbundesamt, der BDI, der VCI, das Forschungsprojekt REACH-Umsetzungshilfen der TU Darmstadt und Cefic, um nur einige zu nennen. Die Internetadressen dieser Hilfsangebote und des offiziellen REACH-Helpdesks finden sich in der Rubrik „Weiterführende Informationen" in unserem online-Angebot.